unser Corona-Jahr 2020

…und wie war 2020?

Nach dem ersten Lockdown 2020, gab es Anfang Mai erste, vorsichtige Lockerungen der COVID-19 Quarant√§ne-Ma√ünahmen, die auch f√ľr Einrichtungen im Kunst- und Kulturbereich galten.

Allerdings waren an die ersten wieder m√∂glichen √Ėffnungen umfangreiche Hygiene- und Sicherheitsbedingungen gekn√ľpft, die wir als kleiner Verein weder r√§umlich noch personell erf√ľllen konnten. Zum Beispiel wird die Aufsicht unserer Ausstellungen von mehrheitlich zu Risikogruppen geh√∂renden Mitgliedern √ľbernommen, f√ľr die auch weiterhin das Gebot der Kontaktvermeidung, besonders im √∂ffentlichen Raum, gilt. Soweit uns bekannt ist, sind auch viele unserer Mitglieder, sowie zahlreiche Ausstellungsbesucher und Freunde des KUNSTVEREIN Schwalenberg davon betroffen.


Wir wollen einen Ort der Begegnung schaffen

am 13./14. Juni 2020 erschien ein Interview mit Helga Ntephe zum ¬ĽKUNSTfenster¬ę im Lippischen Kultur-Journal, gef√ľhrt von Barbara Luetgebrune.


Wir vermissten die Begegnung mit Ihnen ‚ąí denn was ist ein Kunstverein ohne pers√∂nlichen Austausch, ohne Publikum – vor allem ohne K√ľnstler?

Bereits Ende Januar wurden wir gefragt: ‚ÄěWann geht es wieder los?“ Zu einem Ausflug nach Schwalenberg geh√∂rt ja nicht selten, auch in nicht-touristischen Zeiten, ein Ausstellungsbesuch. So waren wir im M√§rz noch fest entschlossen unsere Jahresplanung, trotz einiger CORONA bedingt eingefrorener F√∂rdert√∂pfe, zu realisieren.

Die Teilnahme am Internationalen Tag der Druckgrafik mussten wir dann als Erstes streichen. Die Einladungen waren gerade verschickt. Wir hatten einen Workshop mit Anastasiya Nesterova im Rahmen ihrer Ausstellung Farbholzschnitte – von Hand gedruckt geplant. Pavel Richtr wollte zur Er√∂ffnung seiner Ausstellung am 3. Mai im K√ľnstlergespr√§ch u.a. √ľber die Anf√§nge der Schwalenberger Sommerakademie erz√§hlen. Er geh√∂rte ja zu den ersten Dozenten, die vor 30 Jahren das erste Mal hier unterrichteten. F√ľr pictura & poesia 3 hatten wir Jacqueline Merz & Marcel Beyer in die Galerie HAUS BACHRACH eingeladen und warteten schon gespannt auf die erste Lyrik-Lesung nach der Winterpause. F√ľr unsere Reihe internationale Positionen im Robert Koepke Haus konnten wir Johannes Brus gewinnen – wie gro√üartig w√§re das geworden!

F√ľr das uns von Juli bis September normalerweise zur Verf√ľgung stehende Robert Koepke Haus hatte uns die Lippischen Kulturagentur, Landesverband Lippe verst√§ndnisvoll und spontan die Ausstellungsplanung abgenommen. Das ist nicht selbstverst√§ndlich und wir bedanken uns an dieser Stelle.

Das ¬ĽSommerfest des Kunstvereins¬ę
gehört mit wenigstens 100 Gästen in die Kategorie Großveranstaltung und musste 2020 leider ausfallen.

Immerhin hatten wir im ersten Corona-Jahr 2020 die M√∂glichkeit in der Galerie HAUS BACHRACH zwei Ausstellungen durchzuf√ľhren. In der Reihe regionale Positionen konnten wir J√ľrgen Noltensmeier ¬Ľall things musst pass¬ę zwar ohne Er√∂ffnung, aber daf√ľr mit einem Katalog zeigen. Auch pictura&poesia konnte vom 27.09.‚ąí09. 11. 2020 stattfinden. Die Ausstellung von Jens und Marlies Reulecke ¬ĽAugenblicke – von Leben und Sterben¬ę wurde mit einer Lesung in der Schwalenberger Kirche er√∂ffnet und endete am 09.11. mit der Performance n√§chtlich schwankend – allerdings ohne Publikum.

Jens Reulecke wollte auf keinen Fall auf seine Performance verzichten – hatte er sie doch extra f√ľr die Pogromnacht entwickelt. Und so konnten wir ihn in kleinstem Kreis mit Abstand und Maske zur ehemaligen Synagoge und wieder zur√ľck begleiten.

Jens Reulecke: Performance ¬ĽNaechtlich Schwanken¬ę aus der Video-Dokumentation von Meike Lothmann und Heike Kreienmeier, 2020 ‚Ķ zum Video

¬ĽSACHOR – erinnere dich…¬ę

dass dieser Gedenktag nicht komplett ausfallen musste, war uns sehr wichtig! Denn seit 2018 erinnern wir damit an die j√ľdische Familie Bachrach, in deren R√§umen sich heute unsere Galerie befindet.

Die T√ľr der GALERIE HAUS BACHRACH blieb bis zum 07.08. geschlossen.
DAF√úR √ĖFFNETEN SICH DIE FENSTER.

Und wie √ľberall, wurde auch in unserem Vorstand nach einer Phase von Irritation und neu Strukturierung von Routinen √ľberlegt, was wir in dieser aussergew√∂hnlichen Zeit dazu beitragen k√∂nnten, um da wo wir leben die allgegenw√§rtige, gro√üe Stille ein wenig zu beleben. Mit einfachen Mitteln, wie sie uns auf ehrenamtlicher Basis zur Verf√ľgung stehen und nat√ľrlich mit den M√∂glichkeiten der Kunst.

Meike Lothmann und Helga Ntephe beim Einrichten des KUNSTfensters 2020. Foto ©Maren Brettmeier

Bis zur Wiederer√∂ffnung Anfang August 2020 freute sich der KUNSTVEREIN Schieder-Schwalenberg √ľber Blicke von Spazierg√§nger*innen, mit und ohne Hund, in unser neu eingerichtetes KUNSTfenster / Galerie  HAUS BACHRACH

Ende 2019 erm√∂glichte eine F√∂rderung des Investitionsfonds NRW die Aufr√ľstung der technischen M√∂glichkeiten unserer Galerie.

KUNST
fenster

R√úCKBLICK / AUSBLICK

KUNSTfenster-2020_Video: Meike Lothmann
Meike Lothmann hatte im Juni unser erstes Video zusammengestellt. Wer es bis zum 20.09. nicht geschafft hat, an einer der Wochenenden einen Blick auf unsere Ausstellungen und Veranstaltungen der vergangenen Jahre zu werfen, kann das jetzt hier tun.

W√§hrend der w√§hrend der Advents- und Weihnachtszeit pr√§sentierte sich unsere Galerie festlich. Ein mit Kunstpostkarten geschm√ľckter Weihnachtsbaum konnte zwar die ausgefallene Ausstellung ¬ĽPauline – eine Spurensuche¬ę nicht ersetzen, spendete aber wenigstens etwas Trost in der ansonsten erneut immer stiller werdenden Schwalenberger Altstadt.

Die Ausstellung mit der dazu gehörenden Lesung wird im November/Dezember 2021 stattfinden.

Das Kunstjahr 2020 ging am 6. Januar 2021 sehr still zu Ende.

Lichtinstallation von Helga Ntephe, 2020 / Foto ©Meike Lothmann