REIHE : pictura & poesia

»EINE DICHTUNG IST WIE EIN GEMÄLDE: es gibt solche, die dich, wenn du näher stehst, mehr fesseln, und solche, wenn du weiter entfernt stehst; dieses liebt das Dunkel, dies will bei Lichte beschaut sein;… dies hat einmal gefallen, doch dieses wird, noch zehnmal betrachtet, gefallen.«

Diese Sätze sind zweitausend Jahre alt. Aufgeschrieben hat sie der römische Dichter Horaz in einem Brief an die Söhne eines römischen Stadtpräfekten; Sätze aus einer poetischen Epistel, die für viele Jahrhunderte das Zentrum der Reflexion über Dichtung bildeten.

Ut pictura poiesis – Eine Dichtung ist wie ein Gemälde, Dichtung ist wie Malerei: Diese fast magische Formel für das poetische Nachdenken über Kunst beschäftigt auch noch die Schriftsteller des 21. Jahrhunderts.

Das Bild als stumme Dichtung – dieser Aspekt ist Ausgangspunkt einer Lesungs- und Ausstellungsreihe des Kunstvereins Schieder-Schwalenberg. Wie reagiert ein bildender Künstler auf einen literarischen Text? Wie verbindet ein sowohl literarisch als auch bildnerisch arbeitender Künstler ‹poème image›? Es gibt viele Künstlerpaare – Schriftsteller und bildendeKünstler, wie z. B. Thomas Kling und Ute Langanky mit ihrem Projekt ‹Spleen›, Marcel Beyer und Jacqueline Merz, Oswald Egger und Katharina Hinsberg, oder auch beides in einer Person wie bei Barbara Köhler und Karin Irshaid.

Dr. Brigitte Labs-Ehlert, 2019

No. 1 :: 10. 8. bis 22. 9. 2019

karin irshaid reise nach jerusalem

ZEICHNUNGEN . DRUCKE . OBJEKTE

Karin Irshaid ist Malerin, Zeichnerin und Objektemacherin. Zugleich ist sie Autorin, der es in beiden Bereichen um den Ausdruck von Sprache geht. Während sie in ihren Texten eine bildhafte Sprache spricht, geht bei der Malerei und den Objekten die Sprache über das Bildhafte hinaus, in den Bereich, der mit direkter Sprache nicht mehr erfassbar ist.

Karin Irshaid las zur Eröffnung am 10.08.2019 aus ihrem 16. Buch »Reise nach Jerusalem«

2019_einladung_picturapoesia1

gefördert von
Landschaftsverband Westfalen Lippe